Wertegeschichte

Dabdoub lernt zu helfen

Eine freundliche Wertegeschichte ueber einen kleinen Baeren, der Hilfe aufschiebt und lernt, dass schnelles Helfen das Zuhause ruhiger macht.

Dabdoub hilft seiner Mutter mit einer kleinen Holzleiter in einem warmen Waldhaus, waehrend Huhn, Ente und Gans an einem Kuchentisch warten

Dabdoub war ein kleiner brauner Baer. Er wohnte mit seiner Mutter in einem warmen Holzhaus am Rand des Waldes. Am liebsten spielte er mutige Geschichten. Aus Blaettern machte er Kronen, aus Rinde Schilde und aus jedem Stock einen wichtigen Heldenstab.

An einem Nachmittag kletterte er auf einen runden Stein und rief mit tiefer Stimme:

Ich bin der Held des Waldes! Wer braucht Hilfe?

Genau in diesem Augenblick rief seine Mutter aus dem Haus:

Dabdoub, mein Lieber, komm bitte schnell. Ich brauche deine Pfoten.

Dabdoub blieb stehen. Die Blaetterkrone sass gerade so gut. Sein Spielstab sah so feierlich aus. Er fluesterte:

Jetzt? Ich bin doch gerade erst ein Held geworden.

Dann rief er:

Ich komme, Mama.

Aber er kam nicht gleich. Er rueckte die Krone zurecht, machte zwei langsame Heldenschritte und uebte ein ernstes Gesicht in einem glaenzenden Topfdeckel.

Seine Mutter rief noch einmal:

Bitte beeil dich. Die kleine Leiter kippt, und diese Kiste ist schwer.

Nun rannte Dabdoub endlich hinein. Etwas Schlimmes war nicht passiert, aber er war zu spaet. Die Leiter lehnte schief an der Wand, weiche Stoffrollen lagen auf dem Boden, und Walnuesse waren unter den Tisch gerollt.

Mama Baer stellte die Kiste ab und seufzte.

Wenn ich dich so rufe, will ich dein Spiel nicht verderben. Dann brauche ich wirklich Hilfe.

Dabdoub schaute auf seine Pfoten.

Es tut mir leid, Mama.

Sie laechelte freundlich.

Sich zu entschuldigen ist gut. Zur richtigen Zeit zu helfen ist noch besser. Komm, wir raeumen zusammen auf, dann erzaehle ich dir eine Geschichte.

Dabdoub sammelte die Stoffrollen ein, holte die Walnuesse hervor und half, die Leiter sicher hinzustellen. Bald sassen beide am Fenster, und der Duft von Beerenkuchen zog durch das Zimmer.

Dabdoub hilft seiner Mutter, Stoffrollen und Walnuesse aufzuheben, nachdem eine kleine Holzleiter in ihrem warmen Waldhaus schief stand

Das fleissige kleine Huhn

Mama Baer begann:

Auf einem kleinen Hof lebten ein fleissiges Huhn namens Lina, eine froehliche Ente namens Dodo und eine lange Gans namens Gigi. Lina mochte ein ordentliches Haus und einen gedeckten Tisch. Dodo und Gigi ruhten sich ein wenig zu gern aus.

An einem sonnigen Morgen fragte Lina:

Wer hilft mir, den Maiskuchenteig zu ruehren?

Dodo streckte sich am Teich.

Vielleicht spaeter.

Gigi glaettete ihre Federn.

Ich bin heute sehr beschaeftigt mit meinen Federn.

Lina nickte.

Gut, dann ruehre ich allein.

Sie ruehrte den Teig und fragte danach:

Wer hilft mir, den Tisch zu decken?

Dodo gaehnte.

Der Tisch kann warten.

Gigi sagte:

Und ich kann auch warten.

Also stellte Lina die Teller hin, spuelte die Becher und holte den goldenen Maiskuchen allein aus dem Ofen.

Als Dodo und Gigi den Duft bemerkten, liefen sie schnell zum Tisch.

Wir sind bereit zum Essen!

Lina sah sie freundlich an.

Essen schmeckt besser, wenn alle vorher mithelfen. Ich ruhe mich einen Moment im Garten aus.

Sie trug den Kuchen nach draussen. Da hob ein verspielter Wind eine Ecke der Decke an, und ein paar Maiskoerner rollten ueber den Weg. Es war nicht gefaehrlich, aber fuer ein muedes Huhn war es zu viel allein.

Lina rief:

Freunde, helft ihr mir jetzt?

Diesmal warteten Dodo und Gigi nicht. Dodo hielt die Decke fest. Gigi sammelte die Koerner in einen kleinen Korb. Zusammen trugen sie den Kuchen zurueck an den Tisch.

Lina das Huhn, Dodo die Ente und Gigi die Gans decken gemeinsam einen Maiskuchentisch in einem hellen Hofgarten

Dann setzten sie sich zusammen. Dodo sagte:

Ich dachte, "spaeter" sei nur ein kleines Wort. Aber es hat dich allein arbeiten lassen.

Gigi fuegte hinzu:

Von heute an komme ich, wenn im Haus Hilfe gebraucht wird, bevor der Kuchen kalt wird.

Lina schnitt den Kuchen in drei gleiche Stuecke.

Genau das wollte ich. Niemand soll alles allein tragen, und niemand soll allein Freude haben.

Dabdoub verspricht etwas

Mama Baer beendete die Geschichte. Dabdoub drehte eine Walnuss langsam zwischen seinen Pfoten.

Dodo und Gigi klangen wie ich, sagte er. Sie sagten immer "spaeter".

Seine Mutter nickte.

Manchmal ist spaeter in Ordnung. Aber wenn jemand deutlich Hilfe braucht, kommen wir zuerst und spielen danach weiter.

Dabdoub stand auf und stellte seinen Spielstab in die Ecke.

Ich verspreche es, Mama. Wenn du mich rufst, weil du Hilfe brauchst, komme ich schnell. Ein echter Held redet nicht nur laut. Er hilft mit seinen Pfoten.

Mama Baer lachte leise und strich ihm ueber die Schulter.

Jetzt klingst du wirklich wie ein Held.

Seit diesem Tag spielte, traeumte und lachte Dabdoub weiter. Doch wenn er hoerte: "Ich brauche deine Pfoten", kam er zuerst helfen und kehrte danach zu seinem Abenteuer zurueck, mit einem Herzen groesser als jede Blaetterkrone.

Was lernen wir?

  • Schnelle Hilfe macht ein Zuhause ruhiger und froher.
  • Sich zu entschuldigen ist gut; das eigene Verhalten zu aendern ist noch besser.
  • Arbeit wird leichter, wenn alle sie teilen.
  • Das Spiel wartet noch auf uns, nachdem wir jemandem geholfen haben.

Gespräch nach dem Lesen

  1. Warum kam Dabdoub am Anfang zu spaet zum Helfen?
  2. Was lernte er von Lina, Dodo und Gigi?
  3. Wann ist "spaeter" in Ordnung, und wann sollte man sofort kommen?
  4. Wie kannst du zu Hause oder in der Klasse schnell und freundlich helfen?
  5. Warum hilft ein echter Held auch mit seinen Pfoten?
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