Mila mochte Schulmorgen. Sie mochte es, ihren Stift zu spitzen, ihr Heft einzupacken und ihr Pausenbrot selbst vorzubereiten.
An einem Morgen wusch sie sich die Haende, oeffnete die Brotdose und machte ein Kaesesandwich mit Tomate und Gurke. Stolz sah sie es an und sagte:
👧 Das wird heute besonders gut schmecken!
Sie legte das Sandwich in ihre Brotdose, schloss ihren Schulranzen und ging zur Schule. Dabei dachte sie an die Lesestunde und an die Pause mit ihren Freundinnen.

Eine stille Pause
Im Unterricht hoerte Mila ihrer Lehrerin aufmerksam zu. Sie meldete sich, wenn sie eine Antwort wusste, und schrieb die neuen Woerter sauber in ihr Heft.
Als die Pausenklingel ertoente, oeffneten die Kinder ihre Taschen und holten ihre Brotdosen heraus. Einige gingen nach draussen, andere blieben im Klassenzimmer und assen ruhig.
Mila oeffnete ihre Brotdose. Dann sah sie ihre Freundin Lena ganz allein hinten im Raum sitzen. Lena laechelte nicht. Sie schaute auf ihr Heft, als wollte sie nicht auffallen.
Mila ging zu ihr und fragte leise:
👧 Lena, warum sitzt du allein? Moechtest du nicht mit uns essen?
Lena senkte den Blick.
👧 Ich habe mein Essen zu Hause vergessen. Ich wollte nicht nach draussen gehen und noch hungriger werden.
Ein halbes Sandwich, doppelte Freundlichkeit
Mila sah auf ihr Sandwich. Es war nicht sehr gross, aber sie dachte, ein halbes Sandwich mit einer Freundin fuehlt sich besser an als ein ganzes Sandwich allein.
Sie oeffnete die Dose und sagte:
👧 Komm, setz dich zu mir. Wir teilen.
Lena antwortete schnell:
👧 Nein, danke. Es ist dein Sandwich, und es ist klein.
Mila laechelte und teilte es vorsichtig in zwei Haelften.
👧 Wenn Freundlichkeit dabei ist, schmeckt Essen besser.
Lena nahm die Haelfte und laechelte. Die beiden Freundinnen sassen am Fenster, assen und sprachen ueber die Stunde und das Spiel, das sie spaeter spielen wollten.

Eine kleine Freundlichkeit waechst
Nach der Pause fluesterte Lena:
👧 Ich habe mich geschaemt, aber du hast mir gezeigt, dass ich nicht allein bin.
Mila sagte:
👧 Du bist meine Freundin. An einem anderen Tag hilfst vielleicht du mir.
Die Lehrerin hoerte sie und laechelte.
👩 Teilen bedeutet nicht nur, viel zu geben. Es bedeutet auch zu merken, wenn jemand uns braucht.
Am Ende des Tages erzaehlte Mila ihrer Mutter davon. Ihre Mutter laechelte und sagte:
👩 In deinem Sandwich war heute mehr als Kaese und Gurke. Es war auch ein freundliches Herz darin.
Seit diesem Tag packte Mila manchmal ein extra Stueck Obst ein. Nicht, weil jeden Tag jemand sein Essen vergass, sondern weil sie gelernt hatte, dass eine kleine Freundlichkeit den Tag einer Freundin heller machen kann.
Was lernen wir?
- Teilen braucht nicht viel Besitz.
- Eine gute Freundin merkt, wenn jemand still oder traurig ist.
- Wer etwas vergisst, braucht Hilfe und keine Vorwuerfe.
- Essen mit Freundlichkeit schmeckt noch besser.
Gespräch nach dem Lesen
- Was legt Mila in ihr Kaesesandwich?
- Warum sitzt Lena in der Pause allein?
- Wie hilft Mila ihrer Freundin?
- Was sagt die Lehrerin ueber das Teilen?
- Welche kleine Sache koenntest du mit einer Freundin teilen?